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Pflanzenkrankheiten / Pflanzenschutz

Thuja-Hecken haben sich an die Lebensbedingungen in Deutschland sehr gut angepasst und leiden deshalb sehr selten unter bedrohlichen Pflanzenkrankheiten.
In Stress-Situationen können aber durchaus kleinere oder grössere Probleme auftreten.
Nachfolgend wollen wir Ihnen deswegen einige allgemeingültige und pflanzenspezifische Informationen geben.

Allgemeines zur Pflanzen-Gesundheit
Wenn eine Pflanze deutliche (Pilz-)Krankheits- oder Schädlingssymptome zeigt, dann sollte man das Augenmerk nicht in erster Linie auf die Beseitigung des Pilzes, oder des Schädlings mit chemischen Mitteln richten, sondern vor allem nach der Primär-Ursache suchen!

Die Primär-Ursache für eine starke Pilzerkrankung oder eines Schädlingsbefalls ist eine geschwächte Pflanze, weil die Lebens- oder Umgebungsbedingungen nicht hinreichend sind! Eine gesund ernährte vitale und richtig kultivierte Pflanze hat so hohe Abwehrkräfte durch das Immunsystem, dass sie durch Pilze und Schädlingstiere kaum angreifbar ist.
Der Begriff Schädling ist, genau genommen, eigentlich eine Erfindung des Menschen. Es gibt eigentlich keine „Schädlinge“ oder „Schad“-Pilze in der Natur. Jedes Tier und jeder Organismus hat einen natürlichen gleichberechtigten „Auftrag“ zu leben. Alle Lebewesen brauchen regelmässig für ihren Stoffwechselprozess Nahrung. In einem gesunden Naturhaushalt, der auch als Ökosystem bezeichnet wird, herrscht ein annäherndes Gleichgewicht zwischen den Lebewesen.
Ein starker Pilz- oder Schädlingsbefall an einer Pflanze ist also nichts anderes als ein Zeichen, oder eine Botschaft, dass mit den Lebensbedingungen dieser Pflanze etwas nicht stimmt! Der Pilz oder der vermeintliche Schädling hat lediglich den natürlichen Auftrag (Darwinismus) dieses geschwächte Lebewesen (Pflanze) zu beseitigen. Sind die Standortbedingungen massiv beeinträchtigt, was auch durch Witterungsextreme geschehen kann, dann vermehren sich diese „Entsorgungsorganismen“ relativ stark und es entsteht ein Massenbefall, dem dann sogar relativ gesunde Pflanzen nicht mehr Stand halten können (Beispiel Borkenkäferbefall im Wald: zunächst parasitiert der Käfer nur schwache Bäume – hat er sich aber stark vermehrt, kann er auch auf gesunde Bäume übergreifen).
Im Normalfall und in einem gesunden Ökosystem werden übermässig auftretende Schädlinge (z.B. Blattläuse) durch deren Kontrahenten (z.B. Marienkäfer) vertilgt. Wenn aber die Standortbedingungen nicht zur Pflanze passen und das Ökosystem im Ungleichgewicht ist, zum Beispiel durch jährlich tausende Tonnen Umweltgifte, Agrar-Chemieeinsatz in Form von Kunstdünger und Pestiziden und vor allem durch Monokulturen und Überzüchtung (z.B. Rosen) und viele andere massive menschliche Eingriffe in den Naturhaushalt, dann können oftmals auch die natürlichen Feinde unserer Pflanzenschädlinge ausbleiben (Artensterben).

Auch die Verwendung von Kunst- oder Mineraldünger kann Probleme mit sich bringen. Jahrelang haben wir Landwirte und Gärtner gelehrt bekommen, dass N (Stickstoff) – P (Phosphat) – K (Kalium) die Hauptnährstoffe für eine Pflanze sind. Nach und nach hat man festgestellt, dass die Pflanze aber auch viele Spurennährstoffe benötigt (Bor, Eisen, Magnesium, Mangan, Molybdän, Kupfer, Zink, usw.). Durch die einseitige Düngung mit Mineraldüngern in den Nachkriegsjahren wurde die Ertragskraft der Böden zunächst stark verbessert, was bedeutet, dass viel organische Masse in Form der Erntepflanzen aus dem Boden herausgeholt wurde. Nachgeliefert wurde aber immer weniger organische Düngemasse und statt dessen oftmals nur Kunstdünger – praktisch ein Treibmittel. Nun besteht aber das Kulturergebnis, das aus dem Boden herausgewachsen ist, nicht nur aus N-P-K-Elementen, sondern aus vielen Substanzen. Man hört heute in diesem Zusammenhang häufig den Begriff sekundäre Pflanzenstoffe. Die Wissenschaft bekennt offen, dass es noch sehr wenig Wissen und Forschung über diese sekundären Pflanzenstoffe gibt.

Wer nun ein bisschen logisch mitdenkt, kann sich vorstellen, dass man jene Grundstoffe in einen Kreislauf wieder einbringen muss, die man ihm entzogen hat, wenn man wieder das gleiche „Produkt“ in einem gesundem Zustand herausholen will. Da diese aber über die einseitige mineralische Düngung praktisch nie vollständig nachgeliefert werden, auch wenn neuerdings sehr viele Spurennährstoffe diesen Düngern beigepackt werden, kann man sich vorstellen, dass die Kulturpflanzen Mangelerscheinungen bekommen können. Diese Mangelerscheinungen zeigen sich durch immer mehr und auch neue Krankheiten und Schädlingsbefall. Als Gegenmittel hat die entsprechende Industrie die Spritzmittel (Pestizide wie Insektizide oder Fungizide) entwickelt und macht damit auch sehr viel Umsatz. Übrigens: dass die chemische Industrie ein hohes Forschungsbudget hat ist sicherlich nicht unbekannt. Diese Forschungsergebnisse dienen auch wieder der staatlichen Forschung als Grundlage oder wissenschaftlichen Quelle. Problematisch ist aber, dass die industrielle Forschung verständlicherweise stark produktorientiert ist. Wenn dann die staatliche Forschung nicht über den Tellerrand hinausblickt, besteht die Gefahr, dass ein völlig falsches Bild der Natur gezeichnet werden könnte - zum Beispiel ein Bild, dass der Pflanzenbau „angeblich“ die chemischen Mittel brauchen würde, um lebensfähig bleiben zu können?
Dass es aber auch ohne chemische Mittel geht, beweist der biologisch dynamische Pflanzenbau schon seit Jahren.

Die zentrale Rolle spielt dabei das Immunsystem und die sogenannte ganzheitliche Betrachtungsweise. Es gibt neuere wissenschaftliche Untersuchungen, dass Pflanzen Abwehrstrategien gegen Pilze und Schädlinge besitzen. Es werden beispielsweise blitzschnell Abwehrstoffe produziert, die diese Schadorganismen schwächen. Allerdings kann eine Pflanze gegen eine Masseninvasion nur bedingt dagegenhalten. Der Erfolg eines solchen „Kampfes“ hängt wieder von der Vitalität der Pflanze ab. Eine gesunde Pflanze hat beispielsweise eine sehr dicke und geschlossene Blatthaut. Spaltöffnungen an den Blättern können geöffnet und geschlossen werden. Diese dicke Haut kann von einer Blattlaus oder einem Schadpilz nur sehr schwer „geknackt“ werden. Die „Einbrecher“ werden diese Pflanze also eher meiden und sich ein anderes leichteres „Opfer“ suchen (Darwin).
Pflanzen, die aber aufgrund von Mangelerscheinungen oder einer chemischen Vergiftung (z.B. möglicherweise durch Pestizide) geschwächt sind, haben diese gesunde und dicke Blatthaut nicht – werden also auch immer stärker von der natürlichen „Entsorgungstruppe“ (Pilze, Blattläuse, usw.) heimgesucht und das darf man diesen Lebewesen nicht einmal übel nehmen, denn das ist nichts anderes als deren natuerlicher Auftrag.

Das Immunsystem, das praktisch nahezu alle Lebewesen dieser Erde in irgend einer Form besitzen, kann durch viele Faktoren beeinflusst, bzw. seinerseits geschwächt werden, wie z.B.: mangelhafte Ernährung, falsche Lebens-/Kulturführung, Stress, Strahlung, Witterungsextreme wie Kälte oder Trockenheit, Vergiftungen aller Art und im Humanbereich auch seelischer Stress.

Wie bereits erwähnt, spielen die Lebensbedingungen für ein gesundes Wachstum eine enorm grosse Rolle. Der Mensch neigt gern dazu, Pflanzen die nicht heimisch oder angepasst sind, an einen beliebigen Standort zu pflanzen. Viele Pflanzen sind durchaus anpassungsfähig. Dabei sollte man die Anpassungsfähigkeit nicht allein auf die Frosthärte reduzieren. Eine nachhaltig gesunde Pflanzenentwicklung, ohne sonstige Hilfsmassnahmen, ist ein gutes Zeichen für die Annahme eines Standortes durch eine Pflanzenart. Die grosse Bedeutung der genetischen Herkunft einer Pflanzenart wird besonders deutlich, wenn man sich vergegenwärtigt, dass der Pflanzenanbau in der Forstwirtschaft eigens durch ein sehr strenges, sogar strafbewehrtes Saatgutverwendungsgesetz geregelt ist. Der Hintergrund dabei ist, dass in der Forstwirtschaft sehr früh erkannt wurde, wie wichtig es für einen Kulturerfolg über mehrere Jahrzehnte ist, nur optimal angepasste Pflanzen zu verwenden, die bestmögliches und gesundes Wachstum implizieren. Leider ist diese Betrachtungsweise bei Kurz- und Gartenkulturen nicht sehr verbreitet, mit der Folge, dass daraus oftmals viele Probleme entstehen.

Es gibt aber auch andere Erfahrungen. Der Landwirt und Buchautor Sepp Holzer aus dem Salzburger Lungau, der auch als „Agrar-Rebell“ bekannt geworden ist, hat unter dem Begriff Permakultur eindrücklich beschrieben, wie es möglich sein kann, durch die Schaffung eines natürlichen Kleinklima selbst in den Höhenlagen der Alpen, Kulturen anzubauen, die normalerweise dort niemals überlebensfähig wären – und das nicht trotz, sondern wegen der ökologischen umweltfreundlichen Wirtschaftsweise!
Buchtipp: Der Agrar-Rebell, ISBN-Nr.3-7020-0970-I


Fazit
Beseitigt man Primär-Ursachen für Pflanzenerkrankungen, kann man regelmässig mit einem nachhaltig gesunden Wachstum der Pflanzen rechnen, ohne ständig chemische Anwendungen vornehmen zu müssen.
Sind die Pflanzen besonders harten Bedingungen ausgesetzt, wie Witterungsextreme, besondere Höhenlagen, beengte oder sonst ungenügende Platzverhältnisse (z.B. bei Stadt-Strassenbäumen), unzureichende Bodenverhältnisse, u.a.m., dann müssen wir die Pflanzen so gut es geht unterstützen. Mehrmalige Kompostgaben sind ein gutes Mittel um den Pflanzen zu neuen Abwehrkräften zuverhelfen. Darüber hinaus kann man mit diversen Stärkungsmitteln (siehe z.B. Firma www.mack.bio-agrar.de in Stuttgart-Fellbach) das Immunsystem der Pflanzen verbessern.

Wichtig ist aber die ganzheitliche Betrachtung der Kultur und eine frühzeitige Behandlung der Pflanzen. Das bedeutet praktisch:
  • genau Hinschauen was der Pflanze wirklich fehlt
  • Standortoptimierungen durchführen
  • sonstige Kulturfehler (z.B. falsches Giessen, oder zu enger Standraum) erkennen und vermeiden
Wir empfehlen des Weiteren, zur Pflanzung, oder auch später, die Gabe von gutem verrottetem Kompost.
Im Kompost sind praktisch alle notwendigen Stoffe, die eine Pflanze benötigt um gesund wachsen zu können. Kompost enthält im Regelfall die Hauptnährstoffe Phosphat, Kalium, Magnesium und Calcium in so ausreichender Menge, dass mit einer genügenden Kompostgabe gleichzeitig keine zusätzliche Volldüngung notwendig ist.
Doch wie viel Kompost soll verabreicht werden?
Streng genommen hängt das stark von der Versorgung des Bodens mit organischer Substanz ab. Ein stark humoser Boden braucht weniger Kompost, als ein ausgezehrter schwach humoser steiniger Boden.
In der Landwirtschaft werden nach Veröffentlichungen des landwirtschaftlichen Technologiezentrums Augustenberg 3 bis maximal 4,5 kg Kompost/qm empfohlen. Das entspricht ca. 5-7,5 Liter Kompost-Volumen.
In der gärtnerischen Praxis werden aber oftmals viel höhere Mengen mit gutem Erfolg verwendet. In Topferden werden bis zu 30% Kompost beigemischt. Insofern können pro Quadratmeter bei guter Einarbeitung auch 1-2 Eimer Kompost á 10 Liter Inhalt verabreicht werden. Kompost ist ein Bodenverbesserungs- und Düngemittel und sollte deshalb immer verdünnt angewendet werden! Das heisst der Kompost muss mit der vorhandenen Erde immer gut vermischt werden! Dann entfaltet sich die Wirkung problemlos und der Boden wird mit Mikroorganismen deutlich belebt.
Da im Kompost der Stickstoff in unzureichender Menge enthalten sein kann, empfiehlt es sich ausserdem eine Hornspan-Düngung (ca.50-100g/qm) vorzunehmen.

Thuja-Pflanzenschädigungen

Bodenverdichtungen (zerstörte Bodenstruktur) Störung des Luft- und Wasserhaushaltes mit der Folge dass es zu Wurzelfäulnis kommt, die je nach Intensität zu gelben/braunen Triebpartien oder zum kompletten Absterben der Pflanze führt.
Ungeeignete Bodenart zu leichter kiesiger Boden hat weniger Wasserspeicherfähigkeit und kann zum Vertrocknen der Pflanzen führen. Saurer mooriger Boden kann aufgrund des niedrigen pH-Wertes Nährstoffe binden oder ungeeignete Freisetzen
Nährstoffe/Düngung zu wenig Nährstoffe können zu Mangelerscheinungen führen. Zu hohe Düngergaben können zu Zellschäden führen.
Lichtverhältnisse Lichtmangel, besonders durch Beschattung von anderen (Laub-)Gehölzen führt zu Wuchsdepressionen bis zum Absterben
Umgebung Wege, Steine, Mauern beeinflussen den Lebensraum der Pflanze, z.B. durch erhöhte Austrocknung des Bodens, geringere Ausbreitung des Wurzelsystems, u.a. Folgen
Andere Bäume können das Wasser absaugen
Tiere Mäuse und andere Erdbewohner können durch Wühl- oder Frasstätigkeit die Wurzeln beschädigen. Hunde, Katzen u.a. Tiere können durch Markierungen Harnstoffüberkonzentration an der Pflanze herbeiführen, die zu braun-schwarzen Nadeln führen. Rinder, Schafe, Pferde können die Pflanzen abfressen. Für Pferde kann dies tödlich enden.
Vorschädigungen Krankheiten, Austrockung, grosse Stammverletzungen, zerfallene Erdballen können das Anwachsen beeinträchtigen
Witterung Kälteperioden können zu Frostschäden, Hitzeperioden können zu Vertrocknungsschäden führen, je nach Wasserspeichersituation
Mechanische Schädigungen Durch Knicken, Schneelast, Schneidmassnahmen können Äste oder Triebe beschädigt werden, die dann braun werden.
Chemikalien Streusalz, Unkrautvertilgungsmittel, andere chem. Substanzen können Bodenvergiftungen herbeiführen oder die Pflanzen durch Kontakt schädigen
Schädlinge Baumläuse, Dickmaulrüssler, Borkenkäfer, Larven des Dickmaulrüssler, Spinnmilben, Thuja-Miniermotte, u.a. können durch ober- oder unterirdischen Frass oder Saugen Schäden verursachen
Natürlicher Nadelfall im September/Oktober erleichtern sich Nadelgehölze von älteren (inneren) Nadeln
Pilzerkrankungen Geschwächte Pflanzen können von Pilzkrankheiten (Sekundärfolge) befallen sein. Z.B.: Zweigsterben- Thuja kabatina Pestalozia funera - Einschnürungskrankheit Nadelbräune - Didymascella thujina Zweigsterben - Phomopsis, Fusarium u.a.

Eine hervorragende Krankheits-Diagnose-Möglichkeit für den Hobbygärtner bietet die kostenfreie Pflanzenschutz-Diagnose-Datenbank der Forschungsanstalt Gartenbau in Weihenstephan unter http://www.arbofux.de/datenbank-diagnose
Die Navigation ist sehr einfach. In der Datenbank müssen Sie die Pflanzengattung (Thuja) auswählen. Ausserdem kann die Diagnose durch die Auswahl des Symptomort (z.B. Blätter, Nadeln, Knospen, oder Stamm, Äste, Zweige) und die beschriebenen Symptome (alle, oder eingegrenzt) sehr zielgerichtet gestaltet werden.
Im Ergebnis werden die Schaderreger ausführlich in Text und Bild beschrieben und meist Abhilfeempfehlungen gegeben.

Sollten Sie starke Pflanzenschädigungen feststellen, die einer mikroskopischen Untersuchung bedürfen, können Sie sich mit solchen speziellen Fragestellungen an den staatlichen Pflanzenschutzdienst wenden. In der Regel werden diese Anfragen kostenlos bearbeitet (Angaben unverbindlich).

In Baden Württemberg:
Regierungspräsidium Tübingen Pflanzenschutzdienst (Herr Dr.Kälberer)
Konrad-Adenauer-Str. 20, 72072 Tübingen, Tel: (07071) 757-3352 /Fax: -93352

Eine weitere interessante Informationsquelle ist das
GRÜNE TELEFON der Insel Mainau GmbH u. Lennart-Bernadotte-Stiftung
Kostenfreie Beratung in vielen Gartenfragen durch Spezialisten zu bestimmten Bürozeiten Tel: (07531)303 333.

In Bayern:
Gartentelefon für Bayern, Tel.: (0130) 819709


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